Yelp mit “.de”: Social Media nun doch mit Qualität?
Yelp (yelp.de) ist in Deutschland gestartet. Nun, halt noch so ein Social-Media-Ding mit Userbewertungen über Kneipen. Oder? Jedenfalls sollte man das meinen.
Und dann schaut man wieder traurig mal in die Qype-App (das sind die, die lokalen Bewertungen hierzulande federführend anbieten) – und findet unter den vielen Kneipen und Bars wieder nix wirklich Empfehlenswertes. Ich erinnere mich an düstere Abende, an denen ich in Berlin und Hamburg in der Nähe von Hotels nach irgend einem halbwegs brauchbaren Restaurant in Qype herum stocherte. Das war so erfolgsbefreit, dass ich einfach Menschen auf der Straße nach einem Tipp ansprach. Die konnten mir weiter helfen und gut zu Abend essen. Also, wozu braucht man virtuelle Empfehlungen? Wozu braucht man also yelp.de?
Dachte ich mir jedenfalls, als die Info im Feedreeder an mir vorbei flitzte. Aber. Aber! In der Fast-Qualitätszeitung “Welt kompakt” wurde Geoff Donaker, der Chef von Yelp, eben in diesem Sinne befragt und antwortet da ganz untypisch auf die Frage nach der Konkurrenz “Qype”: “…viele machen den Fehler, dass sie in möglichst vielen Orten präsent sind. Wir wollen aber Qualität statt Quantität.” “Qualität”? Kann jeder sagen, gell? Aber Yelp tut was für die Qualität: Und zwar geht es in Deutschland los in nur zwei Orten: Berlin und München. Und dort wurden jeweils eine Reihe von Teilzeit-Autoren, so genannte “Community Manager” (siehe Bild vom Yelp-Blog) engagiert, die die damit beschäftigt sind, Öffnungszeiten und Adressen zu verfizieren, Fotos zu machen und Bewertungen zu verfassen. Nun gut, vor etwa 20 Jahren war ich der Stuttgarter “Trend Scout” für Tempo (die älteren unter euch werden das noch kennen) – aber das hat ihnen auch nicht geholfen. Zugegeben: Ich war auch nicht gut. Doch mit Yelp, das ist schon untypisch: Der Lokalservice verlässt sich erstens nicht nur auf die Bewertung der User (Stichwort: Others People Work) – sondern bezahlt Autoren dafür, einen Grundstock anzulegen. Und zweitens wird mit diesen bezahlten Kommentaren nicht heimlich User-Beteiligung simuliert (das wäre die übliche Vorgehensweise), sondern Donaker spricht offen darüber. Das gefällt mir. Klar, gut möglich, dass auch diese Bewertungen Mist und die Lokations schlecht ausgewählt sind weil die Yelp-Scouts Pfeffen sind. Aber das werden wir mal überprüfen. Immerhin bin ich ab und zu in München.



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